
Fest für die Sinne
Ein halbes Jahrhundert, ein ganzes Sammlerleben hat sich der Heidelberger Unternehmer Rainer Wild dem Thema der Frucht in der Kunst gewidmet. Entstanden ist entlang dieses die Kunstgeschichte stetig hindurch vorhandenen, aber laufend mit anderer Bedeutung aufgeladenen Themas ein umfangreicher Überblick über die Kunstgeschichte überhaupt. Mehr als hundert Werke hat sich das Kunstmuseum Ahlen für „Ein Genuss – Früchte in der Kunst von Renoir bis Ai Weiwei“ ausgewählt. Selbst das ist eine einschränkende Zuspitzung angesichts der Breite der Sammlung, doch absolut hinreichend für eine reiche Übersicht.
Klassische Gemälde kommen zum Beispiel von Renoir, in dessen Werk etwa ein Apfel nicht religiös aufgeladen ist wie im Mittelalter oder mit Symbolik befrachtet ist wie im Barock. Renoir sieht den Apfel nicht als Bedeutungsträger, sondern als Objekt, an dem sich seine Malerei und die Freude am Sehen entfalten kann. Später bei Franz Radziwill sind Früchte zum Subjekt einer verarbeitenden Industrie geworden, bei Andy Warhol zum Gegenstand der Werbung für Produkte in und für Massen. Noch später dient eine Frucht in der Kunst vor allem zum Wortspiel, indem die Malerin Sophie Hellmann mit dem Pfirsich, englisch peach, auf das Impeachment gegen Trump während seiner ersten Amtszeit anspielt. Das ist nur ein Teil der Malerei, die in „Ein Genuss!“ in Ahlen zu sehen ist. Installation und Bildhauerei erweitern das Feld der Früchte in der Kunst um weitere Dimensionen.
Ein Genuss. Früchte in der Kunst
07.07. – 26.10.2025
Kunstmuseum Ahlen
Museumsplatz 1/Weststr. 98
D-59227 Ahlen
Tel.: +49-2382-91830
Mi – Fr 15 – 18 Uhr, Sa + So 11 – 18 Uhr
Eintritt: 7 €, erm. 5 €
www.kunstmuseum-ahlen.de
Text: Christian Hofmann
Bild: Kunstmuseum Ahlen
Erstveröffentlichung in kunst:art 105





