
Museum Wiesbaden
Ein besonderer Anlass und eine allgemeine Überlegung: Anlässlich des 200. Geburtstages darf sich das Museum Wiesbaden über eine nun zugesagte mäzenatische Stiftung freuen. Aber darüber hinaus gibt das freudige Ereignis den Anstoß, in einer Ausstellung einmal genauer das Verhältnis zwischen musealer Sammlung und den Zuwächsen durch diese und andere private Schenkungen in den Blick zu nehmen.
„Feininger, Münter, Modersohn-Becker“…, die zugkräftigen Namen im Titel der Schau sind nur einige von vielen, die den Reichtum der Wiesbadener Museumssammlung ausmachen. Der heutigen Sammlung, denn als 1915 der repräsentative, zwar noch klassisch säulengeschmückte, aber dennoch vorsichtig schon der architektonischen Moderne zuneigende Bau im Herzen der Stadt eröffnet wird, ist die Malerei und Bildhauerei der Expressionisten und ihrer Nachfolger noch ganz neu (und teilweise natürlich noch nicht einmal gemalt und skulptiert). Aufgeschlossene Zeitgenossen aber, Kunstfreunde aus dem vermögenden Bürgertum zumeist, kaufen diese Kunst atelierfrisch oder aus dem aktuellen Handel. Und so mancher von ihnen hat bei diesen Käufen nicht nur (kurzfristig) die heimische Wohnzimmerwand, sondern auch gleich langfristig das wachsende Museum im Blick: Die Sammlung der Kunst des 20. Jahrhunderts ist nicht nur eine Folge von Entscheidungen auf der Museumsseite, sondern auch eines in die Zukunft reichenden privaten Engagements.
Feininger, Münter, Modersohn-Becker… Oder wie Kunst ins Museum kommt
5.9.2025 – 26.4.2026
Museum Wiesbaden
Friedrich-Ebert-Allee 2
D-65185 Wiesbaden
Tel.: +49-611-3352250
Di – So 10 – 17 Uhr, Do 10 – 21 Uhr
Eintritt: 12 €, erm. 9 €
www.museum-wiesbaden.de
Text: Dieter Begemann
Bild: Museum Wiesbaden
Erstveröffentlichung in kunst:art 105






