
Schräges in der Spinnerei
Diese Ausstellung im Komplex der Leipziger Baumwollspinnerei, bekanntlich Hotspot gestalterischer Kreativität, lässt sich nicht so ohne Weiteres auf einen Begriff bringen. Die Galerie ASPN (in großzügigen Räumen der Halle 10 angesiedelt) stellt mit „Nailed it“ (könnte man mit „Hab’s geschafft“ oder so übersetzen, hat aber durchaus auch an- oder auszügliche Konnotationen, siehe unten) vier Positionen vor. Der Reihe nach: Da ist zunächst Franziska Koch, die von der Psychologie zur Kunst kam und sich nun in ihrem „Autoportrait post-diplôme“ in fett pastoser Figürlichkeit (und angesagter geschlechtlicher Unentschiedenheit) zeigt. Formal ganz anders (und doch im Interesse an Ambivalenzen verwandt) Nadine Kolodziey. Sie pflegt, wie sie selbst sagt, „einen Ping-pong zwischen analog und digital“ oder zwischen real plastischer und virtuell ergänzter Realität. Traumhafte Räume voller nicht existierender, aber denkbarer Blumen, in den Farben eines psychedelischen Aquariums.
Sophia Süßmilchs Interesse gilt grundsätzlich dem „Female Empowerment“ im Leben wie der Kunst: Mittel der Wahl sind Performances, die die Pole von Schmerz und Wellness, Leid und Self-Care ausloten. Daneben aber gibt es auch Malerei, in der allerlei Monster auftreten, die mittels Schriftbändern diversen, körperlichen, seelischen und „allgemeinen Problemen“ zugeordnet sind. Und was ist schließlich mit Sex Nails? Offenbar ein Leipziger Nagelstudio (im Sinne von Maniküre), das heute, wie man hört, auch gerne von Männern frequentiert wird.
Nailed it
12.7. – 16.8.2025
ASPN Galerie
Spinnereistr. 7
D-04179 Leipzig
Tel.: +49-179-6608085
Mi – Fr 11 – 18 Uhr, Sa 11 – 16 Uhr
Eintritt frei
www.aspngalerie.de
Text: Dieter Begemann
Bild: ASPN Galerie
Erstveröffentlichung in kunst:art 104









