
Mal heroisch, mal verklärt
Vor 500 Jahren erhob sich in Mitteleuropa die einfache Bevölkerung gegen Adel und Klerus: Bauern, aber auch Stadtbürger, Handwerker und Bergleute kämpften für ihre Rechte, religiöse Freiheiten und eine gerechtere Verteilung von Wohlstand und natürlichen Ressourcen. Im Mai 1525 erfasste der Aufstand auch das Fürsterzbistum Salzburg und brachte es an den Rand des Untergangs. Der „Deutsche Bauernkrieg“, wie ihn spätere Generationen nannten, wurde vielerorts blutig niedergeschlagen. Doch die Erinnerung an den Aufstand des gemeinen Mannes gegen die Obrigkeit blieb lebendig. Die Ausstellung im DomQuartier widmet sich der Frage, wie der Bauernkrieg in Kunst und Literatur späterer Epochen gedeutet wurde – und wie ihn autoritäre Regime und politische Bewegungen im 19. und 20. Jahrhundert für ihre Propaganda instrumentalisierten. Ausgehend vom Salzburger Bauernkrieg 1525/26 spannt die Schau den Bogen bis in die Gegenwart. Im Zentrum stehen historische Darstellungen und künstlerische Rezeptionen des Aufstands: Neben Dokumenten und historischen Grafiken werden Werke gezeigt, in denen das Ereignis später interpretiert oder ideologisch aufgeladen wurde, wie etwa in Aloys Wachs Radierung aus dem Jahr 1924 „Bauernkrieg 1626 (Versammlung der Bauern)“.
Diese Ausstellung lädt dazu ein, nicht nur zurückzuschauen, sondern die eigene Wahrnehmung zu hinterfragen: Was bleibt von historischen Bildern, wenn sie durch Brillen der Macht betrachtet werden? Wer erzählt Geschichte – und wer formt Erinnerung?
Heroisch und verklärt. Der Bauernkrieg im Spiegel von Kunst und Diktatur
8.11.2025 – 27.4.2026
DomQuartier Salzburg
Residenzplatz 1
A-5020 Salzburg
Mo + Mi – So 10 – 17 Uhr
Eintritt: 15 €, erm. 12 €
www.domquartier.at
Text: Stefan Simon
Bild: DomQuartier Salzburg
Erstveröffentlichung in kunst:art 106








